Einer der großen Gewinner bei Adsense ist Markus Frind, der Gründer von plentyoffish.com, einer bekannten Dating-Webseite. Es verdient 10 Millionen Dollar im Jahr und zwar nur durch Adsensewerbung auf einer einzigen Webseite. Man braucht anscheinend kein Imperium von Webseiten oder eigene Produkte, um im Internet erfolgreich zu sein.
Markus Frind hat keine Mitarbeiter, keine Lagerhallen, keine Kapitalgeber. Zusammen mit seiner Freundin leitet er die Datingseite PlentyOfFisch.com aus seiner Wohnung in Kanada. Das Besondere ist aber, dass er nach eigenen Angaben nur ca. 10 Stunden in der Woche arbeitet. Er ist sich bewusst, dass er viel mehr aus seiner Seite machen könnte, aber anscheinend gehört er nicht zu den Ehrgeizigen, die bereit sind mehr zu arbeiten, um größere Ziele zu erreichen. Er genießt stattdessen sein Leben und ist mit dem bisherigen Erfolg zufrieden.
Frind wurde in Deutschland geboren und wanderte als Kind mit seinen Eltern in die USA aus, wo er Informatik studierte. Nachdem er nach dem Platzen der Internetblase seinen Job verloren hatte, experimentierte er mit seiner Datingseite, um seine Programmierkenntnisse zu verbessern. Außerdem war er enttäuscht von den anderen Datingportalen, weil sie Geld für eine Mitgliedschaft verlangten. Er wollte es anders machen. Dennoch fällt bei seiner Seite auf, dass sie wirklich nicht besonders ist und in den vergangenen Jahren konnte man sie ruhigen Gewissens als hässlich bezeichnen. Es gibt keine speziellen Features, keine Gewinnspiele oder einen Newsletter. Anscheinend versucht Markus so wenig Zeit darauf zu verwenden wie möglich.
Der mit Abstand größte Teil der Einnahmen kommt durch die Adsensewerbung zustande, die jeder Blogger kennt. Da es eine Community-Seite ist, klicken vermutlich vor allem die Mitglieder auf die Werbung. Ein großer Teil seines Erfolgs beruht darauf, dass er zur richtigen Zeit am richtigen Ort war. Der Markt für Online-Dating legte in den letzten Jahren ein unglaubliches Wachstum hin. Dennoch reicht allein diese Tatsache nicht aus, um den Aufbau einer der meistbesuchten Datingwebseiten der Welt zu erklären. Markus Frind fing an die Seite zu entwickeln, weil er kein passendes Angebot für seine Wunsch fand mit anderen Leuten kostenlos in Kontakt zu treten.
Hier ist was er auf die Frage nach seinem Erfolgsgeheimnis geantwortet hat:
“Zu viele Menschen nehmen an, dass eine originelle Idee etwas ist, das andere Leute als anders wahrnehmen. Ich habe die erste wirklich kostenlose Datingseite geschaffen und die erste, die funktionierte. So wie Google die erste Suchmaschine entwickelte, die funktionierte. Es gibt kein Geheimnis. Als ich nach hause kam, zwang ich mich für 1-2 Stunden zu programmieren. Es ist erstaunlich wieviel man schaffen kann, wenn man sich für eine bestimmte Zeitspanne vollständig konzentriert. Es gibt nur ca. 1000 Webseiten auf der Welt mit soviel Traffic wie meiner, und meine ist die einzige, die von einer Person geführt wird. Es ist nicht für tausende von Menschen möglich so erfolgreich zu sein wie ich. Um erfolgreich mit Webseiten zu sein, muss man dem Besucher etwas geben, das schneller oder besser oder beides ist. Wer durch bezahlte Klicks reich werden will, muss seinen Ruf aufbauen und Langeweile bekämpfen. Am Ende des Tages muss man sich einfach hinsetzen und es tun. Die meisten Menschen tun es nicht.”
Das ist ein wirklich guter Ratschlag und sein Beispiel zeigt, wie erfolgreich man im Internet auf lange Sicht werden kann, wenn man etwas beginnt und dabeibleibt. Als ich zum ersten Mal gelesen habe, wieviel Markus verdient, habe ich es nicht geglaubt. Es waren viele weitere Blogs und ein Artikel in der Financial Times notwendig, um mich davon zu überzeugen, dass er wirklich 10 Mio. $ im Jahr mit dieser Seite macht. Auf seinem Blog schreibt er ausführlich darüber wie er angefangen hat und was er getan hat, um neue Besucher zu bekommen.
Wichtige Lektionen lassen sich vor allem in der anfänglichen Entwicklung von PlentyOfFish.com finden. So betrugen die Einnahmen der Seite im ersten Monat nach der Einsetzung von Adsense weniger als 6$. Bis zu über 10.000$ am Tag war es ein langer Weg. Es war viel Testen und Optimieren notwendig und das Wachstum ist nicht über Nacht gekommen. Das Beispiel von Markus Frind zeigt, dass es durchaus möglich ist im Internet Millionen von seiner Couch aus zu verdienen, wenn man bei einem Projekt bleibt und seine ganze Energie darauf richtet.
Sein Erfolg beruht vor allem auf diesen Grundsätzen:
1. Einen wachsenden Markt aussuchen und eine bessere Lösung als die bisherigen Unternehmen anbieten.
2. Auf den Nutzen für den Besucher anstatt auf Design und Unnötiges achten.
3. Ständig an der Verbesserung der Webseite arbeiten und viele Dinge testen.
4. Sich um langfristigen Trafficaufbau kümmern und Links tauschen.
5. Nicht auf andere hören und sein Ding durchziehen.
Der Erfolg dieses Projekt lässt sich sicherlich nicht so einfach wiederholen und hat auch einiges mit Glück zu tun. Solche Adsenseeinnahmen sind nicht normal und man sollte nicht erwarten 10 Mio. $ allein mit Adsensewerbung zu verdienen. Außerdem ist es meiner Meinung sehr riskant sich auf lediglich eine Werbeform zu beschränken. Dennoch zeigt das Beispiel welche unglaublichen Möglichekeiten das Internet bietet. Wenn er es kann, dann können wir es auch, oder?
Ich bin gespannt was der nächste Markt sein wird, in dem man ein solches Wachstum schafft. Was glaubt ihr? Was wird der nächste Boommarkt im Internet, in dem man Millionen verdienen kann? Das Bloggen? Oder Communities?

Juli 8th, 2008 at 20:09
Wenn man das so liest ist man echt baff und kann es kaum glauben. Die Frage ist aber zu recht - was könnte ein Zukunftsmarkt werden? womit könnten in Zukunft ähnliche Ergebnisse erzielt werden?
Aus der Vergangenheit kann man lernen, dass die sog. “BabyBoomer” immer einen Hype ausgelöst haben. Da die BabyBoomer “in die Jahre” kommen, sind Sie eine gute Zielgruppe. Hier ist oft viel Kapital vorhanden (das auch Vererbt wird), die Zielgruppe wird im Internet immer aktiver, etc. Themen könnten z.B. Gesundheit, Älter werden, Reisen im Alter, … sein, oder vielleicht auch ein Dating-Portal über ü50
Juli 8th, 2008 at 22:55
Wo liegt der Zukunftsmarkt, mal ganz davon abgesehen das die Wirtschaft derzeit bergab geht, ist die Frage ehr ob es bald überhaupt noch einen Markt gibt
Aber “Spaß” bei Seite, Angebote die Regional orientiert sind, sind stark im kommen. Communities sind ehr rückläufig wie ich finde, ich denke sie haben ihren Zenit erreicht.
Einen Zukunftsmarkt sehe ich in Angeboten die das Internet mit der Realität verbinden. Denn die Menschen gehen wieder mehr raus vor die Tür.
Eine Zukunft haben Blogger mit langem Atem, denn diese werden bestehen, natürlich vorausgesetzt die Inhalte sind gut.