Wie man ein eigenes Affiliateprogramm startet
11. Dezember 2008 von Siegmar
Wenn man eigene Informationsprodukte verkauft, sollte man so früh wie mögich damit anfangen ein Partnerprogramm aufzubauen und Affiliates zu finden. Der Vorteil dabei ist ganz klar. Sie müssen sich gar nicht oder zumindest weniger um das Marketing kümmern und haben mehr Zeit für andere Dinge. Und außerdem sinken Ihre Marketingkosten, denn Ihre Affiliates übernehmen das Verkaufen für Sie.
Ein Affiliateprogramm bedeutet einfach, dass Sie einem Menschen einen Teil vom Verkaufserlös bezahlen, falls er es schafft eines oder mehrere Ihrer Produkte zu verkaufen. Mehr darüber erfahren Sie in diesem Artikel: Was ist ein Affiliateprogramm?
Wie beginnt man ein eigenes Affiliateprogramm?
Am Anfang sollte man in entsprechende Affiliate-Software investieren, die man bereits ab 100$ kaufen kann. Die Installation ist jedoch oft etwas schwierig und falls man sich damit nicht beschäftigen will, sollte man jemanden bezahlen, der diese Aufgabe übernimmt.
Entweder kann man jemanden bei elance.com oder rentacoder.com bezahlen um die Software einzurichten oder noch besser ein eigenes Partnerprogramm programmieren und verwalten lassen. Die zweite Alternative ist natürlich teurer, aber langfristig fährt man mit einem eigenen Affiliatesystem am besten.
Am Beginn bietet es sich außerdem an auf einen Dienstleister zu setzen. Bei dieser Variante muss man sehr wenig Zeit und Aufwand investieren, aber dafür muss man einen Teil von den Einnahmen abgeben. Im englischsprachigen Raum ist beispielsweise Clickbank zu empfehlen. Im deutschsprachigen Raum kann man entweder share-it.de oder superclix.de verwenden, wobei sich superclix wegen der sehr hohen Gebühr kaum lohnen wird.
Warum sollte man ein eigenes Partnerprogramm starten
Die wichtigsten Gründe sind natürlich um mehr Verkäufe zu erzielen und die Marketingkosten zu senken. Man steigert also die Gewinne aus seinem Internetgeschäft. Mit der Zeit kann hier eine regelrechte Kettenreaktion entstehen, wenn immer mehr Affiliates hinzukommen und weitere Besucher darauf aufmerksam werden.
Ein weiterer Vorteil, den viele übersehen, ist die Suchmaschinenoptimierung. Jeder Affiliate ist im Grunde auch ein SEO-Partner, den er platziert Links (entweder Textlinks oder Banner) zu Ihrer Webseite auf seinen Webseiten und erhöht Ihre Linkpopularität, was letztendlich zu besseren Positionen in den Suchmaschinenergebnissen führt. Ein Affiliate muss also gar nichts verkaufen, damit Sie von seiner Arbeit profitieren.
Die 3 häufigsten Fehler
Bevor man ein Affiliateprogramm startet, sollte man wissen wie die Zahlen für eine Webseite sind. Wie hoch ist die Conversion Rate bzw. wieviele Besucher kaufen tatsächlich? Welcher Preis funktioniert am besten? Ist die Verkaufsseite gut? usw. Man sollten seinen Affiliates keine Testprojekte vorsetzen und erwarten, dass sie irgendwie damit Geld verdienen, wenn man es selbst nicht schafft.
Der Grund warum ich noch immer bei vielen Produkten kein Partnerprogramm anbiete, ist weil ich mit den Ergebnissen noch nicht zufrieden bin und mich noch in der Test- bzw. Optimierungsphase befinde. Erst wenn ich weiß, dass meine Seite gut verkauft, werde ich anderen diese Option anbieten. Erst wenn ich vorhersagen kann, dass von den nächsten 200 Besuchern vier kaufen, bin ich für diesen Schritt bereit. Viele Verkäufer starten ihr Affiliateprogramm zu früh und hoffen auf den großen Wurf, doch falls die Affiliates kein Geld damit verdienen, werden sie sich schnell aus dem Staub machen.
Das führt mich gleich zum nächsten großen Fehler, den viele Verkäufer im Internet machen. Sie erwarten, dass Ihre Affiliates wissen wie man verkauft und das gleiche Marketingwissen besitzen wie sie. Das ist meistens nicht der Fall und viele Webmaster wollen nur einige Euro nebenbei verdienen, ohne zu wissen wie das wirklich geht.
Aus diesem Grund sollte man seinen Affiliates zeigen wie man effektiv verkauft. Man sollte sie etwas über Internet Marketing lehren und ihnen möglichst viel Arbeit abnehmen. Es ist empfehlenswert ihnen ein kurzes Ebook über Affiliatemarketing nach der Anmeldung zuzuschicken und zusätzliche Werbeemails, eine große Auswahl an Bannern und Tipps für das Marketing anbieten, damit sie wissen, was zu tun ist. Falls Sie gute und erfolgreiche Affiliates wollen, müssen Sie ihnen in den meisten Fällen zeigen wie sie richtig verkaufen. Je besser und zufriedener Ihre Affiliates sind, umso mehr Geld werden Sie verdienen.
Ein weiterer großer Fehler beim Starten eines eigenen Affiliateprogramms ist eine zu niedrige Provision. Vor allem bei Informationsprodukten, die in digitaler Form verkauft werden (Videos, Interviews, Ebooks), sollte man 50% oder mehr vom Verkaufspreis anbieten. Man sollte hier nicht geizig sein, wie es so viele Verkäufer sind.
Je mehr Sie Ihren Affiliates bieten, desto mehr werden sie sich für Sie anstrengen und desto mehr werden sie verkaufen. Niemand macht sich für eine Provision von 5% den Rücken krumm, wie man am Beispiel von amazon sieht. Doch falls ein Verkäufer weiß, dass er für jedes verkaufte Ebook 20€ erhält, wird er viel motivierter sein und mehr arbeiten – besser gesagt wird er mehr für Sie arbeiten. Es gibt viele Affiliatemarketer ohne eigene Produkte bzw. Leute mit großen Listen, die immer auf der Suche nach interessanten Produkten sind, die sie verkaufen können. Doch für eine Provision von 10% können lassen sie sich nicht begeistern. Es lohnt sich einfach nicht.
Bieten Sie Ihren Affiliates deshalb eine möglichst hohe Beteiligung. Je höher, desto besser. Ich biete grundsätzlich mindestens 50% an. Bei Produkten unter 50€ oft auch mehr. Ich zahle gerne 20€ an jemanden, der gerade ein Ebook für 30€ verkauft hat, weil ich dabei 10€ verdiene, ohne arbeiten zu müssen. Der große Vorteil bei Affiliates ist, dass man sie erst NACH einem erfolgten Verkauf bezahlen muss.
3 nützliche Tipps
John Reese empfiehlt nachdem man die Seiten getestet hat und über die wichtigsten Zahlen bescheid weiß, erst einen Affiliate zu finden und dafür zu sorgen, dass er Geld verdient. Wenn das passiert ist, kann man diesen Affiliate als Beispiel bzw. Testimonial benutzen und einem Besucher zeigen wieviel man mit Ihrem Partnerprogramm verdienen kann (z.B. durch ein Telefoninterview, Schecks, Paypalkonten, usw.). Nach und nach fügt man weitere Erfolgsgeschichten von erfolgreichen Affiliates hinzu und beweist, dass man mit den Produkt wirklich Geld verdienen kann.
Beachten Sie außerdem, dass 90% oder mehr von Ihren Affiliates niemals Geld verdienen werden, entweder weil sie zu faul dazu sind oder weil ihnen das notwendige Wissen fehlt. Doch Sie profitieren auch hier von den vielen Links, die direkt auf Ihre Verkaufsseite zeigen. Es kann sich zusätzlich auszahlen einen Wettbewerb unter seinen Affiliates zu veranstalten und den besten drei beispielsweise einen iPod oder einen Fernseher zu schenken. Das wird sie weiter motivieren.
Achten Sie darauf, dass Sie auch ein Affiliateprogramm vermarkten müssen. Das heißt, Sie müssen auch hier Testimonials von bisherigen Affiliates als Beweis vorzeigen, Sie benötigen gute Sales Copy und müssen Ihren Lesern davon erzählen. Am erfolgreichsten werden Sie mit Ihrem Partnerprogramm sein, wenn Sie Interessenten mindestens einen Affiliate vorstellen können, der Geld mit Ihrem Produkt verdient hat.
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Hi Haris,
freut mich das wieder etwas mehr los ist auf deiner Seite
Ein sehr netter Artikel! Es gibt wohl auch noch kostenlose Affiliatesoftware, Links reiche ich nach alsbald ich die Zeitung wieder gefunden habe in der das Stand.
Den Absatz mit dem erst testen, dann Affiliate starten unterstreiche ich voll und ganz. Alles andere verbrennt das Produkt bevor es seinen Peak erreicht hat und sowas spricht sich, gerade bei kleineren Nischen, wohl schnell rum.
Viele Grüße aus China,
Sven
@Sven: Hi Sven,
es ist schön, dass du meinem Blog noch treu bist.
Es gibt eine Zeitung, in der über Affiliatesoftware berichtet wird? Jetzt hast du mich neugierig gemacht…
Viele Grüße
Etablierte größere und erfahrene Netzwerke wie http://www.SuperClix.de sind zwar etwas teurer (30% der gültigen Provisionen, keine Setup- oder Monatsgebühren) als reine digitalen eBook-Dienstleister wie share-it usw., aber zusätzlich erreicht man bei SuperClix ganz nebenbei auch schon jede Menge potentielle Affiliates (z.Zt. mehr als 300.000 aktive Websites) und spart so etwas an Werbung für das eigene Partnerprogramm, Werbung auf Webmaster-affinen Webseiten ist auch nicht gerade billig. Zudem hilft ein Netzwerk wie SuperClix auch bei der Optimierung (z.B. mit Staffeln, Rallyes, Sonderaktionen, zusätzlichen Kombi-Vergütungen…), wenn es gerade am Anfang nicht so läuft oder man relativ neu ist.
Widersprechen muß ich der angeblichen SEO-Optimierung: Wie allgemein bekannt, steigern normale Affiliate-Links nicht das Ranking, PageRank oder Linkpopularität des Betreibers. Normale Affiliate-Links werden grundsätzlich von den Suchmaschinen ignoriert, was auch gut ist, denn ansonsten gäbe es viel sog. “Duplicate Content”, da ja jeder Affiliate mit einer eigenen ID arbeitet, und so die Seite des Betreibers unter verschiedenen URLs erreichbar wäre.
@MARCUS: Ich bin nicht wirklich ein SEO-Experte, doch wie unterscheiden Suchmaschinen einen Affiliatelink wie meinpodukt.de/234523234 und n-tv.de/2345234234.html oder meinblog.de/september/34? Was sind normale und nicht-normale Affiliatelinks? Hoffe, du kannst mehr verraten.
Das mit den zusätzlichen Voreilen bei superclix.de ist zwar richtig, doch wenn ich eine Affiliateprovision von mindestens 50% auszahlen will, was meiner Meinung nach bei digitalen Produkten angemessen ist, bleibt nicht mehr viel für mich übrig.
wenn meinpodukt.de/234523234 zur selben Seite führt wie meinpodukt.de/, würde das zu DC (Duplicate content) führen, daher sollte der betreiber entweder NOINDEX (siehe robots.txt) bei affiliate-links machen. Wenn dies nicht gemacht wird, ist es grob fahrlässig und Dein Risiko, Affiliate-Links die verschiedene IDs führen und alle zur selben Seite führen, werden übrigens sehr schnell (wie session-urls) und teilweise sogar automatisch erkannt. SEO-Vorteile ergeben sich also bei normalen affiliate-links gar nicht.
Bei einem Netzwerk hast Du normalerweise auch deutlich mehr Masse/Provisionen und eben weniger Arbeit mit Kontrolle, Abwicklung und Abrechnung und weniger Ausgaben bei Werbung, so daß es sich durchaus rechnen kann, wenn man es richtig macht.
Danke für die Antwort. Jetzt habe ich es verstanden.
Ja, ein Netzwerk kann sich lohnen. Es kommt darauf an was man möchte. Die verschiedenen Anbieter sind für unterschiedliche Wünsche und Bedürfnisse geeignet. Ich möchte hier keineswegs einen Anbieter schlechtreden, denn schließlich gibt es auch Verkäufer von digitalen Infoprodukten, die ihr Affiliatprogramm bei superclix verwalten und vermarkten.
Affiliate Marketing muss auch nicht immer teuer sein. Affilicrawler ist seit 2006 mit sehr günstigen Provisionen am Markt.
Cool, ich bedanke mich.